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Dr. Christian
Geßner

Dr. Axel Kölle

Dynamischer Lernprozess

Zur Initiierung und Weiterentwicklung des Lernprozesses „Nachhaltigkeit“ hat sich in Unternehmen die Beachtung folgenden Grundsatzes als besonders hilfreich erwiesen:

„Erst Denken – dann Handeln – dann Kommunizieren!“

Auf Basis dieses Grundsatzes haben wir die idas integrative Managementsystem "Nachhaltiger Wirtschaften" strukturiert, wobei das Element „Messung der Nachhaltigkeitsleistung“ explizit hinzugenommen wurde, um dessen Bedeutung im Rahmen des Lernprozesses zu unterstreichen.

Der Lernprozess „Nachhaltigkeit“ bezieht seine Dynamik aus der Interaktion mit den Anspruchsgruppen. 
Je nachdem wie weit Nachhaltigkeit als Gesamtkonzept im Strategischen Management genutzt wird 
und wie offen Nachhaltigkeitsthemen wie Klimawandel, demografischer Wandel und andere Themen 
als unternehmerische Herausforderung angegangen werden, lassen sich drei Phasen der Nachhaltigkeitsorientierung unterscheiden.

nachhaltigkeit.pngNachhaltiger Wirtschaften als dynamischer Lernprozess, Quelle: Geßner (2008), S. 212

Phase 1 beschreibt das heute vorherrschende CSR-Verständnis, das sich häufig in PR-wirksamen Einzelprojekten erschöpft und allein den kurzfristigen ökonomischen Erfolg im Blick hat. So grundlegend und sinnvoll Maßnahmen wie der Einsatz von Energiesparlampen sind, bei fehlender Einbindung in Konzepte zur systematischen und langfristigen Steigerung der Material- und Energieeffizienz wird ein so verstandenes Nachhaltigkeitsmanagement vom Umfeld lediglich als Strohfeuer oder grünes Feigenblatt wahrgenommen.

Phase 2 betont den Querschnittscharakter der Nachhaltigkeitsorientierung. Der Anspruch ist hier, Nachhaltigkeit systematisch und abteilungsübergreifend für alle Bereiche des Managements zu erschließen und so dauerhafte Vorteile gegenüber den Mitbewerbern zu generieren. Die erste Motivation bleibt der Business Case, wobei das Kosten- und Effizienzdenken mittel- bis langfristig ausgerichtet ist und um die Entwicklung von Produkt- und Prozessinnovationen ergänzt wird. Wie schnell die Integration von Nachhaltigkeit gelingt, hängt insbesondere von dem vorherrschenden Nachhaltigkeitsverständnis der Beteiligten ab – sowie von deren Lern- und Anpassungsbereitschaft.

Phase 3 wechselt von der Innen- zur Außenperspektive. Das Unternehmen versteht sich primär als gesellschaftlicher Akteur mit der entsprechenden Verantwortung für die Mitgestaltung nachhaltiger Rahmenbedingungen. Das Unternehmen tritt aktiv in den offenen Dialog mit vielfältigen externen und internen Anspruchsgruppen. Zu einem solchen transformativen Ansatz gehört auch das Experimentieren im Rahmen themenbezogener Kooperationen, z.B. entlang der Wertschöpfungskette zur Entwicklung innovativer Produkte oder zur Erarbeitung von Standards oder Leitlinien.

Der skizzierte organisationale Lernprozess, der seine Dynamik aus dem Commitment der Unternehmensführung in Verbindung mit erfolgreichen Einzelprojekten aus der Linie bezieht, macht deutlich, vor welchen Herausforderungen glaubwürdig wahrgenommene unternehmerische Nachhaltigkeit in den nächsten Jahren steht. Gleichzeitig dient er der Reflexion der Frage: Wie weit soll meine unternehmerische Verantwortung gehen?

Im Anschluss an eine erste Sensibilisierung für Nachhaltigkeits-Themen, erlaubt der ZNU-Nachhaltigkeits- Check eine unverbindliche Selbsteinschätzung des Unternehmens. Nach dieser Erfassung des Status Quo kann durch die weitere, kontinuierliche Auseinandersetzung mit Nachhaltigkeit sowie durch gezielte Qualifikation der Mitarbeiter ein systematisches, nachhaltiges Management entstehen.

Die Ebene der Selbsteinschätzung wird nun verlassen, die Aktivitäten und Ambitionen des Unternehmens werden verbindlich gemacht und von unabhängiger Seite zertifiziert. Neben der Systematisierung des Nachhaltigen Managements fördert die Zertifizierung die glaubwürdige Kommunikation des Nachhaltigen Managements an die verschiedenen Anspruchsgruppen.

 

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