ZNU goes Zero: Gemeinsamer Klimaschutz
Die Initiative ZNU goes Zero vereint Unternehmen, die sich klar zum Klimaschutz bekennen und die Dekarbonisierung Ihrer Wertschöpfungsketten aktiv vorantreiben. Die teilnehmenden Unternehmen verfolgen auf Grundlage wissenschaftlich fundierter Reduktionspfade das gemeinsame Ziel, spätestens bis 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen. ZNU goes Zero begleitet diesen Transformationsprozess mit fachlichen Impulsen, praxisnahen Leitfäden sowie einem starken Netzwerk für Austausch und gegenseitige Unterstützung. So wird aus ambitionierten Zielen konkretes Handeln.
So funktioniert’s
Das Konzept der Initiative ZNU goes Zero setzt sich aus fünf Handlungsfeldern zusammen, die von allen teilnehmenden Unternehmen jährlich erfüllt werden müssen. Alle Handlungsfelder basieren auf einer fundierten Treibhausgasbilanzierung. Auf ihrem Weg zu Netto-Null-Emissionen orientieren sich die teilnehmenden Unternehmen an anerkannten wissenschaftsbasierten Reduktionsansätzen wie z. B. SBTi, XDC oder dem ZNU-Ansatz. Unabhängig vom gewählten Reduktionspfad definiert das ZNU verbindliche Mindestreduktionen in Fünfjahres-Checkpoints. Die Unternehmen setzen Maßnahmen zur Vermeidung und Reduktion ihrer Treibhausgasemissionen in allen drei Scopes um, insbesondere durch den Bezug von zertifiziertem Ökostrom. Ergänzend fördern sie Biomasse- und Bildungsprojekte, um einen zusätzlichen freiwilligen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.
- Treibhausgasbilanzierung
Zur Fortschrittskontrolle erstellen die teilnehmenden Unternehmen jährlich eine Treibhausgasbilanz. Die Berechnung muss die Anforderungen des Greenhouse Gas Protocols erfüllen. Das international anerkannte GHG-Protocol schafft eine gemeinsame Basis bei der Klimabilanzierung zwischen ZNU goes Zero und anderen Konzepten. Es müssen alle Scope 1 und Scope 2 Emissionen sowie mindestens die folgenden Scope 3 Kategorienerfasst werden:
3.01 Gekaufte Roh-, Fertigwaren, Verpackungen und Dienstleistungen
3.03 Vorketten der bezogenen Energieträger
3.04 Beauftragte vor- und nachgelagerte Transporte, mind. bis 1. Hub
3.05 Abfall-, Abwasserbehandlung
3.06 Geschäftsreisen
3.07 An- und Abfahrten der Beschäftigten
3.11 Nutzung der verkauften Produkte
3.12 Entsorgung/Behandlung und Recycling der verkauften Produkte
Die übrigen sieben, nicht genannten Scope 3 Kategorien müssen entsprechend der Logik comply or explain auf ihre Wesentlichkeit hin geprüft werden.
- Zielsetzung
Mit der Teilnahme an ZNU goes Zero verfolgen die teilnehmenden Unternehmen das langfristige Ziel, die Basisemissionen bis 2045 (spätestens 2050) in der Regel auf maximal 10 % des gewählten Basisjahres zu senken. Abweichungen können durch die Nutzung von Sonderpfaden z. B. für die landwirtschaftlichen Emissionen entstehen. Die verbleibenden Treibhausgasemissionen werden ab dem Zieljahr durch hochwertige Kompensationsprojekte ausgeglichen. Als Basiswert für die Reduktion wird die Treibhausgasbilanz von 2023 empfohlen. Alternativ kann ein weiter in der Vergangenheit liegendes Basisjahr bis frühestens 2015 gewählt werden.
Zur Zielerreichung orientiert sich das teilnehmende Unternehmen an einem wissenschaftsbasierten Reduktionspfad seiner Wahl. Das ZNU stellt hierfür einen eigens entwickelten Reduktionsansatz bereit. Alternativ zum ZNU-Reduktionsansatz können auch Reduktionspfade oder Angebote anderer Initiativen, wie beispielsweise der SBTi oder XDC, genutzt werden. Ebenso können nach Absprache unternehmenseigene, wissenschaftsbasierte Reduktionsansätze angewendet werden.
Für alle teilnehmenden Unternehmen gilt, dass die Mindestreduktionsziele an den sogenannten Checkpoints in den Jahren 2030, 2035, 2040 nicht unterschritten werden dürfen. Die Checkpoints beziehen sich jeweils auf die Treibhausgasbilanz des genannten Jahres. Zum Checkpoint 2030 sind die relevanten Treibhausgasemissionen um mindestens 20 % gegenüber dem Wert aus dem gewählten Basisjahr zu reduzieren. Für die Checkpoints in den Jahren 2035 und 2040 muss jeweils eine Reduktion um mindestens weitere 20 % gegenüber dem Basiswert nachgewiesen werden.
- Vermeiden und Vermindern von Treibhausgasemissionen
ZNU goes Zero sieht vor, dass die teilnehmenden Unternehmen langfristig Netto-Null-Emissionen erreichen. Hierzu werden die Treibhausgasemissionen ausgehend vom festgelegten Basisjahr kontinuierlich vermieden und vermindert.
Es werden Maßnahmen über alle Scopes hinweg ergriffen. Die teilnehmenden Unternehmen haben dabei Gestaltungsfreiheit, in welchem Umfang die einzelnen Scopes zur Gesamtreduktion beitragen. Im Bereich Scope 1 werden Effizienz- und Optimierungsmaßnahmen im eigenen Betrieb umgesetzt. Zur Reduktion der Scope 2 Emissionen wird auf den verstärkten Einsatz erneuerbarer Energien gesetzt.
Die teilnehmenden Unternehmen verpflichten sich, auf den Bezug von zertifiziertem Ökostrom umzustellen, sofern nicht schon geschehen. Durch die Nutzung von hochwertigem Ökostrom sollen nicht nur die Emissionen der Unternehmen gesenkt, sondern auch die Energiewende in Deutschland vorangetrieben werden. Wir ermutigen ausdrücklich dazu, neben der Verwendung von Ökostrom auch erneuerbare Wärme und alternative Treibstoffe einzusetzen.
Zur Reduktion vor- und nachgelagerter Emissionen in der Wertschöpfungskette sensibilisieren die teilnehmenden Unternehmen ihre wesentlichen Zulieferer und setzen gemeinsame Projekte entlang der Wertschöpfungskette zur Verbesserung klimarelevanter Prozesse um. Solche Projekte können beispielsweise darauf abzielen, eine klimafreundlichere Produktion zu fördern oder spezifische Emissionsfaktoren zu ermitteln.
- Zusätzliches Klimaschutzengagement
Dem Motto Bäume, Boden, Bildung folgend setzt das ZNU auf die Unterstützung heimischer und internationaler Aufforstungs- und Moor-Renaturierungsprojekte sowie die Förderung von Bildungsmaßnahmen zur Vermittlung klimaschutzbezogenen Wissens. Dadurch soll eine zusätzliche Verantwortung für die Eindämmung des Klimawandels übernommen werden. Zudem wird eine Sensibilisierung der Gesellschaft gefördert sowie eine Vorbild- und Multiplikatorfunktion eingenommen. Die teilnehmenden Unternehmen haben die Möglichkeit, selbstständig ein Projekt auszuwählen und zu unterstützen oder sich perspektivisch für ein vom ZNU initiiertes Projekt zu engagieren.
Die Gesamthöhe der Förderungen von Klimaschutz- und Bildungsmaßnahmen richtet sich nach dem ZNU-Klimaschutzbudget. Dieses berechnet sich zunächst aus den noch nicht vermiedenen Scope 1 und 2 Emissionen des teilnehmenden Unternehmens. Hierdurch entsteht ein zusätzlicher Anreiz, direkte Emissionen schnellstmöglich zu reduzieren.
Unser Weg zur Netto-Null
ZNU goes Zero bietet teilnehmenden Unternehmen einen praxisnahen Reduktionsansatz an, welcher sich an den Vorgaben des Carbon Law und den ISO Net Zero Guidelines orientiert. Dieser dient als hilfreiches Tool zur Zielsetzung und Erfolgskontrolle auf dem Weg zu Netto-Null-Emissionen bis zum Jahr 2045. Um den vielfältigen Anforderungen gerecht zu werden, sind neben dem allgemeinem Reduktionspfad Sonderpfade für landwirtschaftliche Emissionen und stark wachsende Unternehmen in unserem Reduktionsansatz implementiert. Die Sonderpfade werden auch bei der Überprüfung der Checkpoints berücksichtigt. Die Zielsetzung erfolgt auf Basis der Treibhausgasbilanz aus dem Jahr 2023. Sie kann mithilfe der ZNU goes Zero Software mit geringem Aufwand berechnet und visuell dargestellt werden.
Unser Grundsatz lautet: Es geht ums Machen. Unternehmen können den bereitgestellten ZNU-Reduktionspfad oder andere Reduktionsansätze wie beispielsweise den der SBTi nutzen. Wichtig ist, dass die verbindlichen Mindestanforderungen für die Reduktion an den Checkpoints erfüllt werden. So ist sichergestellt, dass alle teilnehmenden Unternehmen ein hohes Ambitionsniveau erreichen und konsequent das Ziel der Netto-Null-Emissionen verfolgen.
Drei gute Gründe für ZNU goes Zero
Klimakrise als reale Bedrohung
2024 war das erste Jahr, in dem die globale Durchschnittstemperatur über der 1,5°C-Schwelle lag. Das Engagement von Unternehmen im Rahmen von Initiativen wie ZNU goes Zero ist entscheidend, um aktiv und glaubwürdig zur Begrenzung der globalen Erwärmung beizutragen und irreversible Klimafolgen zu vermeiden.
Ambitionierter Klimaschutz
Das Zieljahr des ZNU-Reduktionspfades ist im Einklang mit dem Klimaneutralitätsziel Deutschlands und liegt somit noch vor dem Ziel der EU und anderen Ansätzen. Die Initiative ZNU goes Zero geht jedoch über die reine Zielsetzung hinaus. Wir stellen sicher, dass Nachhaltigkeit nicht nur ein theoretisches Konzept bleibt, sondern aktiv gelebt wird.
Unterstützung und Vernetzung
Die Initiative ZNU goes Zero unterstützt Unternehmen mit klaren Zielen, wissenschaftlicher Begleitung und praxisnahen Maßnahmen auf dem Weg zu Netto-Null-Emissionen. Durch Arbeitskreise, Vernetzung, gemeinsame Projekte und kontinuierliche Fortschrittskontrolle fördern wir einen nachhaltigen Unternehmenserfolg.
Ein bedeutender Beitrag zum Klimaschutz
Von 2018 bis 2022 haben die 28 an ZNU goes Zero teilnehmenden Partnerunternehmen gemeinsam bemerkenswerte Erfolge für den Klimaschutz erzielt und aktiv die Reduktion ihrer CO₂-Emissionen vorangetrieben. In der ersten Phase der Initiative wurden insgesamt 1.818.090,87 Tonnen CO₂e-Emissionen erfasst. Das entspricht etwa den gesamten Emissionen der Stadt Münster im Jahr 2021. Durch gezielte Maßnahmen zur Emissionsreduktion konnten die teilnehmenden Unternehmen ihre Scope 1 und Scope 2 Emissionen im Durchschnitt um 13,4 % senken. Ein zentraler Hebel zur CO₂-Reduktion ist der konsequente Umstieg von fossiler auf erneuerbare Energie. Aus diesem Grund bezogen die teilnehmenden Unternehmen zertifizierten Ökostrom. Zudem wurden die Energieeffizienz sowie die Eigenproduktion nachhaltiger Energie gefördert. Direkte Emissionen sowie indirekte Emissionen aus eingekaufter Energie, die zunächst nicht weiter reduziert werden konnten, wurden durch den Erwerb hochwertiger CO₂-Zertifikate
ausgeglichen. Insgesamt wurden 1.397.143 Zertifikate zur CO₂-Kompensation durch die Förderung von Klimaschutzprojekten stillgelegt. Die teilnehmenden Unternehmen engagierten sich auch über ihre Unternehmensgrenzen hinaus für eine nachhaltige Transformation der Gesellschaft. Dabei investierten sie unter anderem über 1,8 Millionen Euro in Aufforstungsprojekte, um langfristige CO₂-Senken zu schaffen. Zudem wurden mit über 800.000 Euro Bildungsinitiativen unterstützt. Insbesondere Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene wurden geschult, um das Bewusstsein für die Herausforderungen des Klimawandels zu stärken und sie zu motivieren, selbst aktiv zum Klimaschutz beizutragen.
Der Abschluss der ersten Phase von ZNU goes Zero stellt einen bedeutenden Fortschritt auf dem Weg zu Netto-Null-Emissionen dar. Mit Stolz blicken wir darauf zurück und danken allen Beteiligten für ihr engagiertes Mitwirken.
Fließender Übergang in Phase 2
Mit Phase 1 der Initiative ZNU goes Zero wurde der Grundstein für eine nachhaltige Emissionsreduktion gelegt. In Phase 2 bauen wir darauf auf und haben das Konzept weiterentwickelt. In Phase 1 war die Kompensation von Scope 1 und 2 Emissionen durch hochwertige Zertifikate verpflichtend. Phase 2 konzentriert sich auf die gezielte Unterstützung von Biomasse- und Bildungsprojekten. Hochwertige Kompensationszertifikate können auf freiwilliger Basis bezogen und auf die Fördersumme im Handlungsfeld Zusätzliches Klimaschutzengagement angerechnet werden. Die Kompensationszertifikate werden nicht bei der Berechnung der Emissionswerte berücksichtigt und wirken sich somit nicht auf die Einhaltung der Reduktionspfade oder Checkpoints aus.
Während sich Phase 1 erfolgreich auf die Reduktion von Scope 1 und Scope 2 Emissionen fokussierte, erweitert Phase 2 den Ansatz gezielt um die Erfassung, Vermeidung und Verminderung von Scope 3 Emissionen. Dieser ganzheitliche Ansatz ist von zentraler Bedeutung, um das langfristige Ziel der Netto-Null-Emissionen zu erreichen.
Neugierig geworden?
Sie möchten mit Ihrem Unternehmen aktiv zum Klimaschutz beitragen und langfristig Netto-Null-Emissionen erreichen? Dann werden Sie ein Teil von ZNU goes Zero!
Als Teilnehmer profitieren Sie von einer strukturierten und wissenschaftlich fundierten Strategie sowie dem offenen Austausch in einem engagierten Netzwerk. ZNU goes Zero unterstützt gemeinsames Lernen, ergänzt durch Best-Practice-Beispiele und praxisrelevante Impulse.
Gemeinsam setzen wir konkrete Schritte um:
✔ Status-Quo erfassen – Erstellung eines Corporate Carbon Footprint nach GHG-Protocol
✔ Emissionen reduzieren – Umsetzung eines wissenschaftsbasierten Reduktionspfades
✔ Zertifizierten Ökostrom nutzen – Für eine klimafreundliche Energieversorgung
✔ Klimaschutz und Bildung fördern – Durch Projekte einen zusätzlichen Beitrag leisten
Bereit, Verantwortung zu übernehmen? Lassen Sie uns gemeinsam einen nachhaltigen Wandel gestalten!
Kontaktieren Sie uns für weitere Informationen
- Jan Krapf
- Team ZNU goes Zero
-
Jan.Krapf@uni-wh.de
- Evelyn Schönhoff
- Team ZNU goes Zero
-
Evelyn.Schoenhoff@uni-wh.de
- Dr. Axel Kölle
- ZNU-Zentrumsleitung
-
Axel.Koelle@uni-wh.de
Häufig gestellte Fragen
- Was bedeutet Netto-Null-Emissionen?
Der Begriff Netto-Null-Emissionen impliziert, dass nicht alle THG-Emissionen eines Unternehmens reduziert werden können und somit Residualemissionen übrigbleiben. Diese Residualemissionen liegen nach Definition von ZNU goes Zero i.d.R. bei maximal 10% der Emissionen aus dem Jahr 2023. Alle Residualemissionen müssen ab 2045 laufend kompensiert werden, um den Net-Zero-Status zu erreichen.
- Auf welchen Zeitraum bezieht sich Phase 2 bzw. der Reduktionspfad?
Die Phase 2 ist im Jahr 2023 gestartet. Die THG-Emissionen aus dem Jahr 2023 dienen für alle teilnehmenden Unternehmen als Basis für die Festlegung der Reduktionsziele. Eine Teilnahme an ZNU goes Zero ist auch nach Start der Initiative jederzeit möglich. Entsprechend des ZNU-Reduktionspfades besteht das Ziel darin, dass alle teilnehmenden Partnerunternehmen bis zum Jahr 2045 Netto-Null-Emissionen erreichen. Nach 2045 werden die Residualemissionen fortlaufend durch hochwertige Kompensationszertifikate ausgeglichen.
- Wie versteht sich das ZNU als Qualitätssicherer?
In seiner Rolle als Qualitätssicherer stellt das ZNU sicher, dass alle an ZNU goes Zero teilnehmenden Unternehmen verantwortungsvollen Klimaschutz in 4 Schritten umsetzen. Die Erfüllung der jeweiligen Schritte wird vom ZNU mit Hilfe eines jährlichen Erfassungsbogens überprüft. Die Daten werden separat in einer internen Datenbank dokumentiert und vertraulich behandelt.
Für jeden Schritt sind seitens ZNU überprüfbare Maßnahmen und Kriterien definiert:
Schritt 1 verlangt die Klimabilanzierung des unternehmerischen Fußabdrucks auf Basis des GHG-Protokolls oder der DIN ISO 14064.
Schritt 2 fordert dazu auf, Einsparpotentiale zum Vermindern und Vermeiden zu dokumentierten und anhand von konkreten Beispielen zu belegen. Es müssen ambitionierte CO₂-Reduktionsziele und Maßnahmenpläne gesetzt werden, die jährlich anhand des Erfassungsbogens durch das ZNU überprüft werden. Zudem wird über die Zertifizierung ZNU-Standard Nachhaltiger Wirtschaften die Verminderung und Vermeidung von THG-Emissionen im Sinne einer kontinuierlichen Verbesserung extern bestätigt.
Schritt 3 sieht vor, dass die Unternehmen hochwertigen Ökostrom nutzen. Dieser ist durch Ökostromzertifikate und Gütesiegel nachzuweisen. Eine genaue Beschreibung der ZNU-Kriterien findet sich in dem dafür vorgesehenen ZNU-Leitfaden „Ökostrom“. Das ZNU unterstützt bei Bedarf bei der Prüfung der entsprechenden Zertifikate.
Schritt 4 umfasst das zusätzliche Engagement, welches die ZNU-Partnerunternehmen mit Projekten zum Biomasseaufbau und Bildungsmaßnahmen leisten. Mit Hilfe eines internen CO₂-Preises wird berechnet, mit welchem Beitrag die einzelnen Unternehmen Projekte unterstützen. Die Qualitätssicherung erfolgt über einen klar definierten Kriterienkatalog, der sicherstellt, dass nur vertrauenswürdige und langfristig ausgelegte Projekte gefördert werden.
- Ist die Teilnahme an ZNU goes Zero für die Partnerunternehmen des ZNU verpflichtend?
Das ZNU möchte möglichst viele Partnerunternehmen für die Initiative begeistern und mit ihnen das Netto-Null-Ziel im Jahr 2045 erreichen – die Teilnahme bleibt jedoch freiwillig.
- Kann bei ZNU goes Zero jeder mitmachen?
Die Teilnahme an ZNU goes Zero setzt voraus, dass das Unternehmen nach dem ZNU-Standard zertifiziert ist, bzw. innerhalb von maximal 36 Monaten eine Zertifizierung nach dem ZNU-Standard Nachhaltiger Wirtschaften erlangt.
- Wie hängen der ZNU-Standard Nachhaltiger Wirtschaften und ZNU goes Zero zusammen?
Die Zertifizierung der teilnehmenden Standorte nach dem ZNU-Standard Nachhaltiger Wirtschaften ist die Voraussetzung für die Teilnahme an ZNU goes Zero. Der Standard dient dem teilenehmenden Unternehmen als Basis für eine strukturierte Herangehensweise an den Reduktionsansatz.
Hierbei sind die Anforderungen II.1 Klimaschutz und II.4 Energie des ZNU-Standard besonders relevant für ZNU goes Zero. Zum Beispiel fordert der ZNU-Standard für den Klimaschutz die jährliche Erfassung der Scope 1 und 2 Emissionen als auch mindestens die zweijährige Erfassung der wesentlichen Scope 3 Emissionen.
Auch weitere Anforderungen wie II.8 Boden oder II.9 Biodiversität haben über die Projekte Schnittstellen zu ZNU goes Zero. Durch die Verfolgung des Reduktionspfades werden zudem Anforderungen wie II.5 Verpackung und II.6 Abfall durch ZNU goes Zero unterstützt.
Die Teilnahme an ZNU goes Zero kann als Nachweismöglichkeit für die Anforderung II.1 Klimaschutz des ZNU-Standard dienen.
- Ab wann gilt ein Kompensationszertifikat als hochwertig?
Von hochwertigen Kompensationszertifikaten spricht man, wenn bestimmte zentrale Qualitätskriterien erfüllt sind, die sicherstellen, dass die CO₂-Kompensation tatsächlich wirksam und glaubwürdig ist. Dazu gehört vor allem, dass die Emissionseinsparung zusätzlich erfolgt – das heißt, das Klimaschutzprojekt würde ohne die Finanzierung durch den Zertifikateverkauf nicht umgesetzt werden.
Zudem dürfen die Negativemissionen nur einmal angerechnet werden (keine Doppelzählung), die Wirkung muss langfristig sein, und die tatsächlich eingesparte CO₂-Menge muss rückwirkend von unabhängigen Dritten geprüft und bestätigt werden, bevor die Zertifikate gehandelt werden.