ZNU-Klimaforum: Ziele im Blick. Verbesserungen im Fokus.​

Die teilnehmenden Unternehmen treiben die Dekarbonisierung konkret und messbar voran und engagieren sich auch über ihre eigenen Organisationsgrenzen hinaus für den Klimaschutz. Sie orientieren sich dabei an fünf zentralen Handlungsfeldern. Scope-spezifische KPIs holen jedes Unternehmen dort ab, wo es steht. So wird Fortschritt sichtbar und belegbar. Das ZNU-Klimaforum fördert aktiv den Austausch zwischen den Teilnehmenden: Werkstattgespräche, Best-Practice-Beispiele und gemeinsame Lösungsansätze statt Frontalvorträge. Wir wollen voneinander lernen und gemeinsam besser werden. Das ZNU-Klimaforum unterstützt Unternehmen dabei, ihre Emissionen systematisch zu reduzieren und sowohl eigene Klimaziele als auch wissenschaftsbasierte Zielrahmen wie beispielsweise der Science Based Targets initiative (SBTi) konsequent umzusetzen. Bei uns steht konkretes Handeln im Mittelpunkt.

So funktioniert’s

Das ZNU-Klimaforum gliedert sich in fünf Handlungsfelder. Handlungsfeld 1 legt mit der Treibhausgasbilanz und der strategischen Zielsetzung die Grundlage. In den Handlungsfeldern 2 bis 4 arbeiten die Unternehmen an der Reduktion ihrer Emissionen, getrennt nach Scope 1, 2 und 3. Handlungsfeld 5 richtet den Blick über das eigene Unternehmen hinaus.

Handlungsfeld 1 - Treibhausgasbilanzierung und Zielsetzung

Grundlage ist eine Treibhausgasbilanz nach dem Greenhouse Gas Protocol: Scope 1 und 2 jährlich, Scope 3 mindestens alle zwei Jahre. Erfasst werden mindestens diese Scope-3-Kategorien:

  • 3.01 Gekaufte Roh-, Fertigwaren, Verpackungen und Dienstleistungen

  • 3.03 Vorketten der bezogenen Energieträger

  • 3.04 Beauftragte vor- und nachgelagerte Transporte, mindestens bis Tier-1

  • 3.05 Abfall-, Abwasserbehandlung

  • 3.06 Geschäftsreisen

  • 3.07 An- und Abfahrten der Beschäftigten

Die übrigen Kategorien werden nach dem Prinzip „comply or explain“ auf ihre Wesentlichkeit geprüft. Ab der Stufe Skalieren in Scope 3 werden alle wesentlichen Kategorien bilanziert, in der Regel auch 3.11 und 3.12.

Auf dieser Basis setzen sich teilnehmende Unternehmen ein langfristiges Klimaziel in Richtung Netto-Null-Emissionen, ergänzt um kurz- und mittelfristige Ziele. Den Weg dorthin wählt es selbst: über den ZNU-Reduktionspfad, über Rahmenwerke wie SBTi oder XDC oder über eigene wissenschaftsbasierte Ansätze.

Handlungsfelder 2 bis 4 - Vermeiden und Vermindern

In den Handlungsfeldern 2 bis 4 arbeiten die Unternehmen an der Reduktion ihrer Emissionen, getrennt nach Scope 1, 2 und 3. Das KPI-Konzept macht sichtbar, wo ein Unternehmen in jedem Scope steht und was seine Maßnahmen bewirken. Es baut auf dem ZNU-Standard auf und nutzt überwiegend Daten, die ohnehin vorliegen.

Jeder Scope wird einzeln eingestuft: Erfassen, Umsetzen oder Skalieren. Ein Unternehmen kann in Scope 2 bereits umsetzen und in Scope 3 noch erfassen. Mit jeder Stufe wachsen die Anforderungen: von der Analyse der größten Hebel über nachweislich umgesetzte Maßnahmen bis zu gemeinsamen Projekten mit Lieferanten und Partnern.

Handlungsfeld 5 - Zusätzliches Klimaschutzengagement

Dem Motto Bäume, Boden, Bildung folgend setzt das ZNU auf die Unterstützung heimischer und internationaler Aufforstungs- und Moor-Renaturierungsprojekte sowie die Förderung von Bildungsmaßnahmen zur Vermittlung klimaschutzbezogenen Wissens. Dadurch soll eine zusätzliche Verantwortung für die Eindämmung des Klimawandels übernommen werden. Zudem wird eine Vorbild- und Multiplikatorfunktion eingenommen. Die teilnehmenden Unternehmen haben die Möglichkeit, selbstständig ein Projekt auszuwählen und zu unterstützen oder sich perspektivisch für ein vom ZNU initiiertes Projekt zu engagieren. 

Unser Weg zur Netto-Null

Die Initiative bietet teilnehmenden Unternehmen einen praxisnahen Reduktionsansatz an, welcher sich an den Vorgaben des Carbon Law und den ISO Net Zero Guidelines orientiert. Dieser dient als hilfreiches Tool zur Zielsetzung und Erfolgskontrolle auf dem Weg zu Netto-Null-Emissionen bis zum Jahr 2045. Um den vielfältigen Anforderungen gerecht zu werden, sind neben dem allgemeinen Reduktionspfad Sonderpfade für landwirtschaftliche Emissionen und stark wachsende Unternehmen im ZNU-Reduktionsansatz implementiert. Die regelmäßigen Checkpoints dienen der Selbstkontrolle, damit teilnehmende Unternehmen frühzeitig erkennen, ob sie nachsteuern müssen. Die Zielsetzung erfolgt auf Basis der Treibhausgasbilanz aus dem Jahr 2023.

Unser Grundsatz lautet: Es geht ums Machen. Unternehmen können den ZNU-Reduktionspfad oder andere Reduktionsansätze wie beispielsweise den der SBTi nutzen. Wichtig ist, dass der gewählte Ansatz ein hohes Ambitionsniveau aufweist und konsequent auf das Ziel der Netto-Null-Emissionen ausgerichtet ist.

Drei gute Gründe für eine Teilnahme beim ZNU-Klimaforum

Klimakrise als reale Bedrohung

2024 war das erste Jahr, in dem die globale Durchschnittstemperatur über der 1,5°C-Schwelle lag. Das Engagement von Unternehmen im Rahmen von Initiativen wie dem ZNU-Klimaforum ist entscheidend, um aktiv und glaubwürdig zur Begrenzung der globalen Erwärmung beizutragen und irreversible Klimafolgen zu vermeiden. 

Ambitionierter Klimaschutz

Ein Klimaziel allein bewegt noch nichts. Mit unserem KPI-Konzept übersetzen die Unternehmen ihre Ziele in Maßnahmen je Scope, jeweils mit Kennzahl und erwarteter Wirkung. So wird aus einem Klimaziel ein Plan, dessen Fortschritt sich Jahr für Jahr nachvollziehen lässt.

Unterstützung und Vernetzung

Die Initiative unterstützt Unternehmen mit klaren Zielen, wissenschaftlicher Begleitung und praxisnahen Maßnahmen auf dem Weg zu Netto-Null-Emissionen. Durch Arbeitskreise, Vernetzung, gemeinsame Projekte und kontinuierliche Fortschrittskontrolle fördern wir einen nachhaltigen Unternehmenserfolg.

Ein bedeutender Beitrag zum Klimaschutz

Von 2018 bis 2022 haben die 28 an ZNU goes Zero teilnehmenden Partnerunternehmen gemeinsam bemerkenswerte Erfolge für den Klimaschutz erzielt und aktiv die Reduktion ihrer CO₂-Emissionen vorangetrieben. In der ersten Phase der Initiative wurden insgesamt 1.818.090,87 Tonnen CO₂e-Emissionen erfasst. Das entspricht etwa den gesamten Emissionen der Stadt Münster im Jahr 2021. Durch gezielte Maßnahmen zur Emissionsreduktion konnten die teilnehmenden Unternehmen ihre Scope 1 und Scope 2 Emissionen im Durchschnitt um 13,4 % senken. Ein zentraler Hebel zur CO₂-Reduktion ist der konsequente Umstieg von fossiler auf erneuerbare Energie. Aus diesem Grund bezogen die teilnehmenden Unternehmen zertifizierten Ökostrom. Zudem wurden die Energieeffizienz sowie die Eigenproduktion nachhaltiger Energie gefördert. Direkte Emissionen sowie indirekte Emissionen aus eingekaufter Energie, die zunächst nicht weiter reduziert werden konnten, wurden durch den Erwerb hochwertiger CO₂-Kompensationszertifikate

adressiert. Insgesamt wurden 1.397.143 Zertifikate erworben und stillgelegt. Die teilnehmenden Unternehmen engagierten sich auch über ihre Unternehmensgrenzen hinaus für eine nachhaltige Transformation der Gesellschaft. Dabei investierten sie unter anderem über 1,8 Millionen Euro in Aufforstungsprojekte, um langfristige CO₂-Senken zu schaffen. Zudem wurden mit über 800.000 Euro Bildungsinitiativen unterstützt. Insbesondere Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene wurden geschult, um das Bewusstsein für die Herausforderungen des Klimawandels zu stärken und sie zu motivieren, selbst aktiv zum Klimaschutz beizutragen.

Der Abschluss der ersten Phase von ZNU goes Zero stellt einen bedeutenden Fortschritt auf dem Weg zu Netto-Null-Emissionen dar. Mit Stolz blicken wir darauf zurück und danken allen Beteiligten für ihr engagiertes Mitwirken. 

Fließender Übergang in Phase 2

Mit Phase 1 der Initiative ZNU goes Zero wurde der Grundstein für eine nachhaltige Emissionsreduktion gelegt. In Phase 2 bauen wir, unter dem neuen Namen ZNU-Klimaforum, darauf auf und haben das Konzept weiterentwickelt. In Phase 1 war die Kompensation von Scope 1 und 2 Emissionen durch hochwertige Zertifikate verpflichtend. Phase 2 konzentriert sich auf die gezielte Unterstützung von Biomasse- und Bildungsprojekten. Hochwertige Kompensationszertifikate können auf freiwilliger Basis bezogen und auf die Fördersumme im Handlungsfeld Zusätzliches Klimaschutzengagement angerechnet werden. Die Kompensationszertifikate werden nicht bei der Berechnung der Emissionswerte berücksichtigt und wirken sich somit nicht auf die Einhaltung der Reduktionspfade oder Checkpoints aus. 

Während sich Phase 1 erfolgreich auf die Reduktion von Scope 1 und Scope 2 Emissionen fokussierte, erweitert Phase 2 den Ansatz gezielt um die Erfassung, Vermeidung und Verminderung von Scope 3 Emissionen. Dieser ganzheitliche Ansatz ist von zentraler Bedeutung, um das langfristige Ziel der Netto-Null-Emissionen zu erreichen. Durch das neue KPI-Konzept werden Klimaziele operationalisiert und Fortschritt belegbar.

Neugierig geworden?

Sie möchten mit Ihrem Unternehmen aktiv zum Klimaschutz beitragen und langfristig Netto-Null-Emissionen erreichen? Dann werden Sie ein Teil vom ZNU-Klimaforum! 

Als Teilnehmer profitieren Sie von einer strukturierten und wissenschaftlich fundierten Strategie sowie dem offenen Austausch in einem engagierten Netzwerk. Das ZNU-Klimaforum unterstützt gemeinsames Lernen, ergänzt durch Best-Practice-Beispiele und praxisrelevante Impulse.  

Gemeinsam setzen wir konkrete Schritte um: 

✔ Status-Quo erfassen – Erstellung eines Corporate Carbon Footprint nach GHG-Protocol 
✔ Emissionen reduzieren – Umsetzung Scope-Spezifischer KPIs
✔ Klimaschutz und Bildung fördern – Durch Projekte einen zusätzlichen Beitrag leisten 

Bereit, Verantwortung zu übernehmen? Lassen Sie uns gemeinsam einen nachhaltigen Wandel gestalten!

Kontaktieren Sie uns für weitere Informationen

Häufig gestellte Fragen

Was bedeutet Netto-Null-Emissionen?

Der Begriff Netto-Null-Emissionen impliziert, dass nicht alle THG-Emissionen eines Unternehmens reduziert werden können und somit Residualemissionen übrigbleiben. Diese Residualemissionen liegen nach Definition vom ZNU-Klimaforum i.d.R. bei maximal 10% der Emissionen aus dem Jahr 2023. Alle Residualemissionen müssen ab dem Zieljahr laufend kompensiert werden, um den Net-Zero-Status zu erreichen. 

Ist die Teilnahme am ZNU-Klimaforum für die Partnerunternehmen des ZNU verpflichtend?

Das ZNU möchte möglichst viele Partnerunternehmen für die Initiative begeistern, die Teilnahme bleibt jedoch freiwillig.

Kann jeder beim ZNU-Klimaforum mitmachen?

Die Teilnahme am ZNU-Klimaforum setzt voraus, dass das Unternehmen nach dem ZNU-Standard zertifiziert ist, bzw. innerhalb von maximal 36 Monaten eine Zertifizierung nach dem ZNU-Standard Nachhaltiger Wirtschaften erlangt.

Wie hängen der ZNU-Standard Nachhaltiger Wirtschaften und das ZNU-Klimaforum zusammen?

Die Zertifizierung der teilnehmenden Standorte nach dem ZNU-Standard Nachhaltiger Wirtschaften ist die Voraussetzung für die Teilnahme am ZNU-Klimaforum. Der Standard dient dem teilenehmenden Unternehmen als Basis für eine strukturierte Herangehensweise an den Reduktionsansatz.

Hierbei sind die Anforderungen II.1 Klimaschutz und II.4 Energie des ZNU-Standard besonders relevant für das ZNU-Klimaforum. Zum Beispiel fordert der ZNU-Standard für den Klimaschutz die jährliche Erfassung der Scope 1 und 2 Emissionen als auch mindestens die zweijährige Erfassung der wesentlichen Scope 3 Emissionen.

Auch weitere Anforderungen wie II.8 Boden oder II.9 Biodiversität haben über die Projekte Schnittstellen zum ZNU-Klimaforum. Durch die Verfolgung des Reduktionspfades werden zudem Anforderungen wie II.5 Verpackung und II.6 Abfall durch das ZNU-Klimaforum unterstützt.

Die Teilnahme am ZNU-Klimaforum kann als Nachweismöglichkeit für die Anforderung II.1 Klimaschutz des ZNU-Standard dienen.